Auf dem Weg ins Land von Milch und Honig

Die Zeiten ändern sich.

Und deshalb hören wir heute

aus dem 4. Buch Mose die Geschichte vom Volk Gottes,

das durch die Zeiten zieht.

Weil sich die Zeiten schon immer geändert haben.

Und immer ändern werden.

Die Zeit, die äußeren Bedingungen, die Menschen.

Einst war das Volk Gottes nach Ägypten gezogen, um seinen Hunger zu stillen.

Nun flohen sie aus Ägypten, weil sie dort versklavt wurden.

Was haben sich die Zeiten geändert!

Und so ist das Volk Gottes mal wieder unterwegs

Weg von dem Alten, das ihnen das Leben nimmt

hin zum Neuen, das sie noch nicht kennen.

Mitten durch die Wüste ziehen sie.

Nur die Verheißung Gottes im Gepäck.

Man sollte meinen,

da nehmen sie den direkten Weg.

Sie hätten es ja vielleicht eilig.

Sie wären ja nicht gerne unterwegs in der Wüste.

Sie würden hungrig sein nach Brot oder Freiheit oder beidem.

Sollte man meinen.

Aber sie pendeln

hin und her

zwischen Altem und Neuem.

„Bloß weg aus der Sklaverei in Ägypten!“

Zwischen Neuem und Altem.

„Das Brot in Ägypten, das hat uns satt gemacht, das hat einmal gut geschmeckt.

Wer weiß schon, was es in Kanaan zu essen gibt?

Wer weiß schon, welche Menschen in Kanaan leben?“

Numeri 13, 1-23

Gott sagte zu Mose:

2 »Sende Leute aus, damit sie das Land Kanaan erkunden, das ich dem Volk Israel geben will. Nimm dazu aus jedem der zwölf Stämme einen der führenden Männer!«

3 Mose folgte dem Befehl des Herrn. Er wählte zwölf Menschen aus, lauter Sippenälteste, und schickte sie von der Wüste Paran aus ins Land Kanaan.

17 Er sagte zu ihnen:

»Geht zunächst durch das Steppengebiet und durchstreift dann das Bergland, das sich nordwärts anschließt.

18 Seht euch Land und Leute genau an! Erkundet, wie viele Menschen dort wohnen und wie stark sie sind.

19-20 Achtet darauf, ob ihre Städte befestigt sind oder nicht. Seht, ob ihr Land fruchtbar ist und ob es dort Wälder gibt. Habt  keine Angst und bringt Proben von den Früchten des Landes mit.«

Es war gerade die Jahreszeit, in der die ersten Trauben reif werden. 21 Die zwölf Männer machten sich auf den Weg und erkundeten das Land von der Wüste Zin bis hinauf nach Rehob bei Lebo-Hamat. 22 Zunächst zogen sie durch das Südland und kamen dann nach Hebron. 23 Als sie in das Traubental kamen, schnitten sie eine Weinranke mit einer Traube ab; die war so schwer, dass zwei von ihnen sie auf einer Stange tragen mussten. Auch Granatäpfel und Feigen nahmen sie mit.

Zwölf wagen sich vor,

Zwölf wie die Stämme Israels,

zwölf wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, vielleicht so unterschiedlich:

Ein alter Bauer und ein junge Frau im Studium.

Der junge Bankangestellte Kaleb und eine ehemalige Erzieherin

Ein Vater in Elternzeit und eine arbeitslose Frau.

Ein Homosexueller und eine trauernde Witwe.

Ein Mann im Rollstuhl und kleines Mädchen im pinkfarbenen Kleid.

Zwölf wagen sich vor, erkunden ihr Zukunft und gucken ganz genau hin.

Eine Liste voller Aufgaben im Gepäck:

Seht euch Land und Leute genau an!

Wie viele sind es?

Was sind ihre Stärken? Was können sie gut?

Verstecken sie sich hinter ihren Mauern

oder sind ihre Türen offen für euch?

Was sind ihre Lebensbedingungen?

Probiert aus, wie sie leben,

probiert, was ihnen schmeckt.

Habt keine Angst und bringt etwas von ihrem Lebensstil und ihrer Kultur  mit!

Und die zwölf wagen sich vor

und erkunden und suchen und finden

Einen Schatz, eine Weinranke, Kalebstraube, so groß und süß wie im Paradies.

Und Feigen und Granatäpfel noch dazu.

Numeri 13, 24-27

25 Nach vierzig Tagen hatten die zwölf (Männer) ihre Erkundung abgeschlossen 26 und kehrten zu Mose und Aaron und der ganzen Gemeinde Israel nach Kadesch in der Wüste Paran zurück.

Sie erzählten, was sie gesehen hatten, und zeigten die mitgebrachten Früchte vor. 27 Sie berichteten Mose:

»Wir haben das Land durchzogen, in das du unsgeschickt hast, und wir haben alles genau angesehen. Es ist wirklich ein Land, das von Milch und Honig überfließt.

40 Tage Reise in die Zukunft und zurück

Zum Abschied eine heiße Milch mit Honig.

Für das Herz, das die Jugendliebe unter den Bäumen der alten Heimat geküsst hat

aber noch niemand im neuen Land,

eine heiße Milch mit Honig gegen das Kratzen im Hals

das einfach nicht nachlässt, seit sie fliehen mussten,

Eine heiße Milch mit Honig für den Bauch, etwas, das von innen wärmt und nährt.

Eine heiße Milch und Honig und es geht doch wieder zurück in die Wüste,

wieder zurück, Richtung Ägypten.

Das gelobte Land gehört ihnen noch nicht.

Das gelobte Land gehört ihnen nicht allein.

Numeri 13, 27 – 33

Sie erzählen weiter. „Es ist wirklich ein Land, das von Milch und Honig überfließt. 28 Aber die Leute, die dort wohnen, sind stark und ihre Städte sind groß und gut befestigt. Und dann haben wir auch noch die Anakssöhne gesehen! 29 Im Südland wohnen die Amalekiter, im Bergland die Hetiter, Jebusiter und Amoriter und in der Jordanebene die Kanaaniter!«

30 Das Volk war aufgebracht gegen Mose, aber Kaleb beruhigte die Leute und rief:

 »Wir können das Land sehr wohl erobern! Wir sind stark genug!«

31 Doch die anderen Kundschafter sagten: »Wir können es nicht! Das Volk im Land ist viel stärker als wir!« 32 Sie erzählten den Israeliten schreckliche Dinge über das Land, das sie erkundet hatten.

»In diesem Land kann man nicht leben, es verschlingt seine Bewohner«, sagten sie. »Alle Männer, die wir gesehen haben, sind riesengroß, 33 besonders die Nachkommen Anaks! Wir kamen uns ihnen gegenüber wie Heuschrecken vor und genauso winzig müssen wir ihnen vorgekommen sein!«

Wir sind viel zu klein, Insekten in den Spinnennetzen unserer Zeit.

Eintagsfliegen in der Ewigkeit

Wir sind viel zu schwach,

Wir sind viel zu wenige,

unsere Mittel sind viel zu begrenzt.

Die Hürden sind viel zu hoch.

Die Steine im Weg viel zu schwer.

Und die Menschen dort, die sind nicht so wie wir.

Das war schon immer so.

Mit denen können wir nicht.

Die gehen gar nicht.

Die müssen weg.

Das Land ist nichts für uns.

Und wer mit all diesen realistischen Argumenten schon nicht zu überzeugen ist:

„Wir haben gehört, dass dieses Land seine Bewohner verschlingt.“

Numeri 14, 1 – 4

1 Die ganze Gemeinde Israel schrie laut auf vor Entsetzen und die Leute weinten die ganze Nacht. 2 Alle miteinander lehnten sich gegen Mose und Aaron auf, sie murrten und sagten: »Wären wir doch lieber in Ägypten gestorben oder unterwegs in der Wüste! 3 Warum will der Herr uns in dieses Land bringen? Wir werden im Kampf umkommen und unsere Frauen und kleinen Kinder werden den Feinden in die Hände fallen. Es wäre besser, wir kehrten wieder nach Ägypten zurück!«

4 Schon gaben einige die Parole aus: »Wir wählen einen neuen Anführer und gehen zurück nach Ägypten!«

Sofort tot sein wäre besser als im Kampf zu sterben.

Sklaverei wäre besser als dem Feind in die Hände zu fallen.

Eigentlich ist das doch fast dasselbe.

Da sieht man es doch wieder, da kann man doch guten Gewissens sagen:

Es lohnt sich kaum!

Bloß nichts wagen,

bloß nichts riskieren,

lieber gleich verlieren.

-Wir würden eh nicht siegen!

Lieber aufgeben als leben.

-So schlimm war es in Ägypten doch gar nicht.

Das bisschen Sklaverei … da wissen wir wenigstens was wir kriegen.

Wo gibt`s hier das Ticket für die Reise in die Vergangenheit?

Numeri 14,5-10

 5 Da warfen sich Mose und Aaron vor den versammelten Israeliten auf die Erde. 6 Josua und Kaleb aber, die zusammen mit den anderen das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider 7 und sagten zu der ganzen Gemeinde Israel: »Das Land, das wir erkundet haben, ist ein sehr gutes Land, 8 das von Milch und Honig überfließt! Wenn der Herr uns gut ist, wird er uns in dieses Land hineinbringen und es uns geben.

9 Lehnt euch nicht gegen ihn auf! Habt keine Angst vor den Bewohnern des Landes!

Habt also keine Angst vor ihnen!« 10 Aber die ganze Gemeinde wollte Josua und Kaleb steinigen.

Immer diese neuen Ideen.

Von oben!

Wir zusammen mit den andern?

Entweder sie oder wir.

Das muss man doch mal realistisch sehen.

Die anderen werden unsere Traditionen nicht  übernehmen, sondern wir ihre.

Überfremden nennt man das.

Die nehmen uns alles weg.

Wir werden alles verlieren.

Ihr da oben führt uns nur ins Verderben.

Dafür solltet ihr sterben.

Zumindest sozial

Menschen, die Visionen haben, sollten zum Arzt gehen.

Und danach sofort in die Psychiatrie.

Hauptsache mundtot.

Immer diese neuen Ideen.

Von oben.

Heiße Milch mit Honig!

JA.

Heiße Milch mit Honig

Vor dem Feuer, das nicht verbrennt.

Heiße Milch mit Honig vorm Kamin.

Das neue Land wird warm und süß und kuschelig.

Wir rücken zusammen, dann spüren alle die Wärme von vorne und von der Seite.

Manchmal sitzen wir nur zu zweit oder zu dritt vor dem Feuer,

aber wir wissen, wer wir sind. Und wer neben uns sitzt.

Es werden die sein,

vor denen wir immer Angst hatten und die, die wir besonders mögen.

Das Feuer wird nicht mehr in jeder Kirche brennen,

aber dafür wieder in kleinen Hauskirchen, in unseren Wohnräumen,

dort wo wir leben, bei uns.

Wir werden die Milch selber melken und kochen, aber an dem Honig nicht sparen.

Es wird große Osterfeuer geben

Und kleine Advente.

Wir werden still miteinander vor den Feuern stehen und lernen Lieder anzustimmen,

auch wenn keiner vorsingt.

Wir werden uns nur noch vor dem Feuer treffen, nicht vor der Glut, nicht vor der Asche.

Heiße Milch mit Honig vorm Kamin.

Immer diese neuen Ideen.

Von unten und von oben.

Numeri 14, 10 – 24

Da erschien die Herrlichkeit des Herrn vor den Augen aller Israeliten über dem Heiligen Zelt. 11 Der Herr sagte zu Mose: »Wie lange will mich dieses Volk noch verhöhnen? Wie lange weigern sie sich noch, mir zu vertrauen? Habe ich ihnen nicht genug Beweise meiner Macht und Fürsorge gegeben?

12 Ich will sie an der Pest sterben lassen, ich will das ganze Volk ausrotten. Mit dir will ich neu beginnen und deine Nachkommen zu einem Volk machen, das noch größer und stärker ist als sie.« 13 Aber Mose erwiderte:

»Was werden dann die Ägypter sagen? Sie haben gesehen, wie du dieses Volk durch deine Macht aus ihrem Land geführt und bis hierher gebracht hast. 14

Und was werden die Bewohner dieses Landes sagen? Sie haben gehört, dass du, Herr, selbst mitten unter uns bist, dass du mir Auge in Auge gegenübertrittst, dass deine Wolke über uns steht und dass du vor uns hergehst, bei Tag in einer Wolkensäule und in einer Feuersäule bei Nacht. 15 Und dann tötest du dieses ganze Volk auf einen Schlag! Die Völker, die von deinen Taten gehört haben, werden sagen:

16 ›Er war zu schwach, um dieses Volk in das Land zu bringen, das er ihnen mit einem Eid versprochen hatte. Deshalb hat er sie in der Wüste abgeschlachtet.‹

17 Ach Herr, lass doch deine Macht an uns sichtbar werden! Du hast uns zugesagt: 18 ›Ich bin der Herr, ich habe Geduld, meine Güte ist grenzenlos. Ich vergebe Schuld und Auflehnung; aber ich lasse nicht alles ungestraft hingehen. ….19 Weil nun deine Güte so groß ist, darum vergib diesem Volk seine Schuld! Du hast ihm ja auch bisher vergeben während der ganzen Zeit,seit du es aus Ägypten herausgeführt hast!«

20 Der Herr antwortete: »Ich vergebe ihnen, weil du mich darum bittest. 21 Aber so gewiss ich lebe und meine Herrlichkeit die ganze Erde erfüllen wird: 22-23 Diese Menschen werden nicht in das Land kommen, das ich ihren Vorfahren versprochen habe! Sie haben meine Herrlichkeit gesehen und die Wunder, die ich in Ägypten und in der Wüste getan habe, und trotzdem haben sie mich nun zehnmal auf die Probe gestellt und sich gegen mich aufgelehnt.Keiner von denen, die mich missachtet haben, wird das Land betreten. 24 Nur meinen Diener Kaleb will ich in das Land bringen, das er erkundet hat; seine Nachkommen sollen dort leben. Denn in ihm war ein anderer Geist, er ließ sich nicht beirren und hat mir vertraut. Morgen kehrt ihr um und zieht wieder durch die Wüste, dem Schilfmeer zu.«

Kaleb, das heißt soviel wie, du treuer Hund.

Kaleb, du weichst deinem Herrn nicht von der Seite.

Manchmal wäre ich gerne so wie du.

Ich würde mich auch gerne aufmachen.

In das andere Land.

In die neue Zukunft.

Und nach den großen süßen Trauben suchen.

Aber oft gucke ich doch nur nach den sauren,

damit ich Gründe habe, dort nicht sein zu wollen.

Kaleb, du treuer Hund,

gehst wohin dein Herr dich schickt.

Ich würde mich auch gerne aufmachen zu den anderen,

aber ich habe Angst, dass ich mich dann ändern muss.

Ich will so bleiben wie ich bin und darf nicht.

Denn die Zeiten haben sich verändert.

In der Wüste will ich nicht bleiben, da will ich nicht sterben.

Immer hin und her schwanken zwischen früher und später,

hin und her gerissen zwischen der verlorenen guten Vergangenheit und der Zukunft,

in die ich noch keine großen Schritte gewagt habe.

Das macht mich mürbe.

Mein Leben braucht eine Richtung, nicht zwei.

Gestern ist verloren, ich weiß es.

Dahin komme ich nicht wieder.

Also bleibt nur Kanaan, die verheißene Zukunft.

Deshalb Kaleb, du treuer Hund,

brauche ich etwas  Geist von deinem Herrn,

damit ich mich nicht immer wieder verwirren lasse.

Ich brauche eine heiße Milch mit Honig , damit ich schmecke, die Zukunft wird gut und warm, auch wenn sie anders wird.

Ich brauche das Wasser der Taufe auf meiner Stirn, damit ich nicht vergesse, neu zu leben und nicht gestrig.

Ich brauche das Brot und den Kelch im Kreis mit den anderen

damit ich auf dem Weg in das neue Land nicht allein bin.

Dann werde ich vielleicht so wie du,

und wage mich vor in die Zukunft und falle nicht zurück, denn Gott ist mit uns.

Und wahrscheinlich brauchen wir dann trotzdem länger als 40 Tage

um die Zukunft zu unserem Land zu machen,

aber wir sparen uns vielleicht die nächsten 40 Jahre in der Wüste.

Und der Friede Gottes,

der höher ist als all unsere Vernunft

bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

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