7 Siegel

Offenbarung 5, 1-10
Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.
2 Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?
3 Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun noch es sehen.
4 Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen.
5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.
6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen,
9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen
10 und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.

Lasst singen, das neue Lied und bekennen:

Lied: Herr, wohin sollen wir gehen?
Herr, wohin, wohin sollen wir gehen? O-o-o-o-o-o-oh.
Du hast Worte des ewigen Lebens. O-o-o-o-o-o-oh.
Du bist Christus, Du bist Christus, Sohn des lebendigen Gottes.

Offenbarung 6, 1-17
Und ich sah, dass das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eines der vier Wesen sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm!
2 Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen.
3 Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich das zweite Wesen sagen: Komm!
4 Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.
5 Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Wesen sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.
6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme mitten unter den vier Wesen sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!
7 Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme des vierten Wesens sagen: Komm!
8 Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: der Tod, und die Hölle zog mit ihm einher. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.
9 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen.
10 Und sie schrien mit großer Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
11 Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie.
12 Und ich sah: Als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut,
13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird.
14 Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihren Orten.
15 Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge
16 und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
17 Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns und wer kann bestehen?

Lasst uns singen das neue Lied und bekennen:

Lied: Herr, wohin sollen wir gehen?
Herr, wohin, wohin sollen wir gehen? O-o-o-o-o-o-oh.
Du hast Worte des ewigen Lebens. O-o-o-o-o-o-oh.
Du bist Christus, Du bist Christus, Sohn des lebendigen Gottes

Offenbarung 8, 1-4

Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.
2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.
3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.
4 Und der Rauch des Räucherwerks mit den Gebeten der Heiligen stieg von der Hand des Engels hinauf vor Gott.

Lasst uns singen, das neue Lied und bekennen:

Lied: Herr, wohin sollen wir gehen?
Herr, wohin, wohin sollen wir gehen? O-o-o-o-o-o-oh.
Du hast Worte des ewigen Lebens. O-o-o-o-o-o-oh.
Du bist Christus, Du bist Christus, Sohn des lebendigen Gottes.

Ansprache

Kein Löwe, sondern ein Lamm
Jesus von Nazareth
Kein Pferd, sondern ein Eselfohlen
König der Juden
Kein Zepter, sondern ein Buch in der Hand

Mit den sieben Siegeln.
Mit allen, was wir nicht begreifen können.wollen.sollen.

1 Menschen auf weißen Pferden, als Gewinner geboren, denen scheinbar alles gelingt
2 Menschen mit scharfen Zungen auf den feuerroten Pferden, die den Hass schüren und den Krieg auch.
3 Menschen auf schwarzen Pferden, die genau abwiegen, wieviel es braucht, damit man so ganz knapp genug hat. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.
4 Menschen auf den leichenblassen Pferden des Todes und seines Reiches,
eine Freunde im Gefolge: Krieg, Hunger, Krankheit und Ungeheuern.
5 Menschen, vom Pferd gefallen,
zu Füßen Gottes Altar, Märtyrer und Märtyrerinnen, die nach Vergeltung rufen
6 und Menschen, die den Zorn Gottes mehr fürchten als ihren eigenen Tod.
7 Und dem siebten Siegel, der großen Stille, im Himmel eine halbe Stunde lang.

Jesus Christus hält das Buch mit den sieben Siegeln in den Händen.
Er ist würdig.
Das Lamm liegt nicht wie geschlachtet am Boden, es steht auferstanden und öffnet das Buch.
Den Inhalt kennt er.
Alles was kommen wird, alles was war.
Er kennt alles, was uns verschlossen ist.

  1. Er kennt die Gewinner
    2 Er kennt die, die schreien: Kreuzigt ihn. Per Twitter.
    3 Er kennt das, wenn der Hunger die Seele auffrisst.#brotfürdiewelt#wasserfüralle
    4  Er kennt den Tod und Krankheit.#Weltaidstag
    und auch all die Diskussionen über die Gerechtigkeit Gottes oder doch Vergeltung oder doch Wiedergutmachung
    6 Er kennt die, die so fromm sind, dass Angst und Gerechtigkeitssinn größer werden als die Liebe #Württemberg
    Jesus hält das Buch mit den sieben Siegeln, mit unserem unbegreiflichen Schmerz und Versagen und allen Fragen fest in seinen Händen.
    Da liegt es gut.
    Er trägt all die Zeilen mit Würde, in denen genau beschreiben ist, wie das Leben angegriffen wurde:
    Das Recht zu leben.
    Das Recht zu lieben und geliebt zu werden.
    Das Recht zu sprechen zu schreiben zu arbeiten zu meinen zu glauben zu behalten zu essen und zu trinken, zu leben ohne Angst.
    Jesus weiß,
    dass das Leben jederzeit angreifbar ist.
    Dass der in Deutschland rechtlich verankerte Wunsch, die Würde des Menschen sei unantastbar, noch lange nicht erfüllt ist.
    Jesus weiß das, er ist den Reitern und allem Unbegreiflichen zum Opfer gefallen.
    7 Jesus weiß, wie das ist, wenn alles schweigt.#großesNichts #richtigstill
    Er weiß, wie das ist, wenn die 7 Siegel gebrochen werden und die Hölle ausbricht.
    Er ist ihnen selbst zum Opfer gefallen.
    Aber er ist wieder aufgestanden.

Das Lamm steht.
Ohne Angst hineinzusehen, in das Buch mit seinen Ungeheuerlichkeiten.
Das Lamm steht,
und trägt das Buch erträgt alles, was da zu lesen ist.
Auch das, was neu dazu kommt, täglich.
Auch von uns.
Das Buch mit den sieben Siegeln ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.
Es ist noch nicht vorbei.
Wir schreiben mit hinein über das, was wir nicht begreifen.
Über unsere Verluste und Sehnsüchte und auch über das, was unsere Sünde ist.
Mit all den anderen, aus allen Nationen und Ländern,
in verschiedenen Sprachen und Schriften.
Wir alle in einem Buch,
Mit all unseren Ungerechtigkeiten.
Klagen und Fragen.
Wir schreiben weiter in das Buch. Weil Jesus würdig ist, unsere geheimsten und unheimlichsten Dinge zu lesen.
So verschwinden unsere Klagen und Fragen nicht von alleine und werden auch nicht verdrängt. Sie sind ja aufgeschrieben.
Für Jesus.
Weil er auf einem Esel in diese Welt mit den sieben Siegeln eingezogen ist.
Weil er sie aufgebrochen hat und die Reiter auf den Pferden überwunden hat.
Und wie er damals die Menschen gehört hat, die zu ihm sangen: Hosianna, hilf uns doch, Hosianna in der Höhe. Sie sagen um Hilfe mit großer Hoffnung.
Gelobet sei der da kommt, im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe.
Sie hört und liest er auch heute. So kommt er auch dieses Jahr und ist da. Immanuel.
So wie damals gilt es:
Gott will im Dunkeln wohnen und hat es doch erhellt.
Er wird die Siegel nicht nur aufbrechen, sondern auch ihre Macht durchbrechen.
So verzweifelt wie die Lage damals in Jerusalem war, so groß war auch die Hoffnung der Menschen.
Das ist Advent. Erwartung.
Es ist noch lange nicht alles gut, aber es wird.

Wir können uns die Wohnung schön dekorieren,
aber was nützt das, wenn man krank ist, oder in Trauer oder berührt von der Not der anderen.
Wir schreiben und rufen auch Hosianna, weil Gottes Hilfe so nötig ist, weil es soviel gibt, was wir nicht verstehen und auch kaum ertragen können.

Wir schreiben und rufen Hosianna, weil Jesus es ertragen hat und noch immer trägt. Und weil dass das Licht die Hoffnung in der Dunkelheit ist, dass wir das auch können.

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