Heilung Lk 17

Und es geschah, während er nach Jerusalem unterwegs war, dass er durch das Grenzgebiet von Samaria und Galiläa zog.
12 Und als er in ein Dorf hineinging, kamen ihm zehn aussätzige Männer entgegen. Sie blieben in einiger Entfernung stehen
13 und erhoben ihre Stimme und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! 
14 Und als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht und zeigt euch den Priestern!
Und es geschah, während sie hin gingen, dass sie rein wurden.

Krank. Unheilbar krank. Ansteckend sagen sie.
Verkrustetes Blut und Schorf.
Wundmale überall und überall gleich schlimm.
Es juckt, es brennt, es schmerzt.
An nichts anderes mehr denken können.
Nur es juckt, es brennt, es schmerzt.
Mal hier mal dort, eigentlich immer irgendwo.
Unerwartet, einfach so.
Bei jeder Bewegung.
Aber im Liegen eben auch.
Wie man sich dreht und wendet
auf dem Rücken auf dem Bauch.
Es juckt, es brennt, es schmerzt.
Keine Linderung, keine Salbe, kein Verband, keine wohltuende Hand.
Das größte Organ des Menschen verletzt,
der Außenwelt ausgesetzt.
Mehr als nackt, der Schutzpanzer wie zerhackt.
Sich in der eigenen Haut nicht wohlfühlen
ist dafür maßlos untertrieben.

Maßlos vertrieben aus dem Dorf.
Ekel. Wie sieht du aus!
Nein, geh weg damit!
Angst: Ich will damit nichts zu tun haben!
Vertrieben aus dem Leben.
Keine Arbeit. Kein Geld. Keine Familie. Keine Freunde.
Vertrieben.
Vereint nur im Schmerz mit Leidgenossen. 
Getrieben in Gottes Arme allein.
Sehnsucht nach Nähe, nach Berührung,
aber der Anstand gebietet Abstand.
Selbst zu Jesus.
Aber Worte verbinden.

Kyrie eleison, Herr erbarme dich.
Christe eleison, Christus erbarme dich.
Kyrie eleison, Herr erbarme dich dich über uns.

Vers 14 Und als Jesus sie sah, sagte er zu ihnen: Geht und zeigt euch den Priestern!

Jesus sieht und spricht und schickt sie weg.
Reicht sie weiter, zum Amtsarzt.
Der soll die Wiedereingliederung einleiten ins Leben ohne Einsamkeiten.
Scheinbar vertrieben, getrieben von Gottes Sohn allein.
Von allein hätten sie keinen Priester konsultiert.
Wie auch ohne Überweisungsschein,
das haben ja wohl schon viele probiert,
wer hat schon das Recht, wer ist schon würdig ohne amtliche Verordnung.

Aber Jesus sieht und spricht: Geht und zeigt euch.
Geh und zeige, wer du bist.
Ein verwundeter Mann, der heilen kann. 
Eine verletzte Frau, die verbinden will.
Ein Mann, der anders behandeln kann.
Eine Frau, die reinen Tisch machen will.
Konfi, Katechumenin mit tausend Fragen und viel zu sagen.
Geh und zeige dich.
Geh und zeige, wer du gerne wärst.
Du wirst es werden.

Und es geschah, während sie hingingen, dass sie rein wurden.

Musik

Vers 15 Einer von Ihnen aber kehrte, als er sah, dass er geheilt worden war,
zurück, pries Gott mit lauter Stimme, 
16 fiel Jesus zu Füssen auf das Angesicht nieder und dankte ihm. Und das war ein Samaritaner.

Wie heißt das Zauberwort?
Gemeinde:Danke!
Andere Sprachen?
Thank you! Merci! Gratias, Eucharistein.

Du sollst dankbar sein.
Aber ich will nicht.
Nicht wenn ich muss, nur weil es sich ziemt.
Und ich hab doch auch was dafür getan.
Niemand sonst. Ich allein.
Ich hab es doch verdient.
Ich bin doch wohl losgegangen. 
Obwohl es hoffnungslos war.
ICH habe mich aufgemacht. Leicht war das nicht.
Ich weiß gar nicht, woher ich dafür die Kraft genommen habe.
Das Vertrauen, dass ich „vorzeigbar“ bin.

Du ahnst es,
du warst vertrieben aus den Dörfern
des „Wie sieht du aus!“
des,“Geh weg mit deinem Schmerz!“
des „Ich will mit dir nichts zu tun haben,wenn du nicht bist wie wir.“
Du ahnst es,
Du warst getrieben von Gottes Geist allein.
„Denn die vom Geist Gottes getrieben werden, das sind Söhne und Töchter Gottes.“
„Abba, unser Vater. Vaterunser.“

Vers 15 Einer von Ihnen aber kehrte, als er sah, dass er geheilt worden war, zurück, und pries Gott mit lauter Stimme.

Auf dem Weg der Genesung.
Schritt für Schritt, Stück für Stück mehr Glück.
Genesen, Gesundet, geheilt.
Wunden schließen sich, Narben bilden sich, Menschen umarmen sich.
Der Weg der Genesung verbindet Welt und Gott.

Vers 16 Einer aber fiel Jesus zu Füssen auf das Angesicht nieder und dankte ihm.
Und das war ein Samaritaner. …
19 Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

Wenn du vor Dankbarkeit platzt,
weil das Wunder geschah
und die Kraft genug war,
dann steh auf und geh,
Zu Füßen Jesu ist nicht dein Platz,
seine Füße sind schon gesalbt.
Er ist dein Christus,
wenn du aufstehst und gehst,
zurück in dein Dorf, getrieben vom Geist Gottes allein
und singst mit den anderen:

Danket dem Herrn, wir danken dem Herrn,
denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich!

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