What a wonderful world

Die“ Predigt danach“ oder „What a wonderful world“. Predigt zur Silbernen Konfirmation mit Gospelchor, Louis Armstrong, 1. Kor 13 und Lukas 24 :

Gospelchor singt „What a wonderful world“

Die Gnade Jesu Christi
Die Liebe Gottes
Und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch!

What a wonderful world (Louis Armstrong):

„Ich sehe grüne Bäume
-und rote Rosen auch,
ich sehe wie sie blühen,
für mich – und dich.
Und ich denke bei mir:
Was für eine wundervolle Welt.“

Wie schön ist die Welt, die Natur, die Schöpfung,
sie blüht, sie grünt.
Für uns.
Manche Farben von Gottes Schöpfung sind so überflüssig – 
das Pink, das Rot, das Orange der Blätter im Herbst in diesen Tagen,
so verschwenderisch-so wunderschön,
das kann Gott doch nur für uns gemacht haben.
Damit wir sehen, wie wundervoll er es mit uns meint.

„Ich sehe blaue Himmel,
und weiße Wolken,
den hellen, gesegneten Tag,
die dunkle, heilige Nacht
Und ich denke bei mir:
Was für eine wundervolle Welt.“

Manchmal ist das Leben wie blauer Himmel,
mit weißen und rosa Baiserwolken:
die Tage sind hell und gesegnet.
Wie viele solche glücklicher Tage hattet ihr in in den letzten 25 Jahren?
Kleine Rechenhilfe: 9000 wären fast alle, 4500 wäre jeder 2. Tag, 3000 jeder 3. Tag.
Wenn ihr zehn solcher Tage hattet, dann mussten ihr ihr auf jeden hellen Tag durchschnittlich 3 Jahre warten …
Ich hoffe, ihr hattet nicht nur einen, den schönsten Tag im Leben.
Sondern viele Tage, zu viele um sich an alle zu erinnern,
so viele solcher Tage, dass, wenn ihr zurückdenkt,
sich eurer Leben hell und gesegnet anfühlt.
Im Bauch, der nicht grummelt.
Im Herz, das ruhig schlägt.
Im Atem, der tief fließt.

Manchmal gibt es im Leben dunkle, heilige Nächte.
In denen werden Kinder geboren, Geheimnisse geteilt, Frieden geschlossen.
Diese Welt ist wundervoll, wenn es nicht nur einsame kalte Nächte gibt,
sondern auch heilige Nächte, in denen die Liebe siegt.
Ich hoffe, ihr hattet im Rückblick vieler solcher Tage und Nächte, so wundervoll, es wäre gut, es gäbe jemanden, vielleicht Gott, dem man für sie danken könnte.

„Die bunten Farben des Regenbogens,
so schön im Himmel wie auf den Gesichtern der Menschen, die vorbeiziehen.
Ich sehe Freunde und Freundinnen, die sich begrüßen und fragen: wie geht es dir?
Und damit zeigen, du liegst mir am Herzen.“

So bunt und vielfältig wie der Regenbogen
waren wahrscheinlich auch die Menschen, die euch begegnet sind in den letzten 25 Jahren. Manche kamen mit dem Regen, manche mit der Sonne, manche bei beidem gleichzeitig.
Manche blieben und haben in Krisen
Immer wieder gefragt: Wie geht es dir?
Das sind wundervolle Freunde, durch die einsame Nächte zu heiligen Nächten werden.

“Ich höre Babys weinen, ich sehe sie wachsen,
sie werden mehr erfahren, als ich jemals wissen kann.
Und ich denke bei mir:
Was für eine wundervolle Welt.“

In der es weitergeht, immer weiter.
Aus Jugendlichen werden Auszubildende und Studentinnen, Angestellte, Beamtinnen, Arbeiter und Chefinnen.
Aus Pubertieren (den) werden Männer und Frauen, Verliebte, Verlobte, Verheiratete, manchmal auch wieder Getrennte, Geschiedene und wieder Verliebte.
Aus Söhnen und Töchtern werden Mamas und Papas und Tauftanten und Patenonkel.
Aus Konfirmanden wurdet ihr, wie ihr jetzt seid. Viel seid ihr geworden.
Gott hat euch Stärke und Hilfe zum Guten gegeben.

Und jetzt werdet ihr bald 40, so habe ich zumindest gerechnet …
Wenn ihr euch die Konfis in der letzten Reihe anschaut, dann fühlt ihr euch vielleicht sogar schon wie 50, aber ihr seht natürlich alle aus wie 25.

So Gott will, werdet ihr noch viel mehr erfahren, als ihr jetzt schon wisst.
Viel mehr, von dieser wundervollen Welt, in der sich alles entwickelt, alles verändert, alles verwandelt.
Nichts bleibt, wie es ist.
Nichts lässt sich zurückdrehen,
Und doch ist das Leben täglich voller Neuanfänge,
es gibt noch so viel zu entdecken zu lernen, zu wissen, auszuprobieren.
Bis aus Jugendlichen Rentner und Pensionärinnen werden.
Aus Mädchen und Jungs Omas und Opas,
aus Konfirmanden Goldkonfirmanden.
Was für eine wundervolle Welt, was für eine wundervolle Zeit, die Mitte des Lebens liegt vor euch.

„Oh ja“

Musik: Instrumentalvariation: What a wonderful world.

What a wonderful life and love 1. Kor 13

Was ist das für ein wundervolles Leben in dieser Welt.
Was für ein Wunder, dass ihr wieder hier seid.
25 Jahre später.
Nicht nebenan in der Zionskapelle wie damals,
aber hier in der Stiftskapelle, in einem Gottesdienst.
Ich nehme an, allein diese Kirche hat sich in den letzten 25 Jahren so wenig verändert.
Der Rest dieser wundervollen Welt ist anders geworden:

Vor 25 Jahren gab es keine Ehe für alle,
kein Gleichbehandlungsgesetz,
kaum Rollatoren,
und auch keine Smartphones mit Messengerdiensten.

Vor 25 Jahren gab es keinen IS,
keinen Trump und andere Staatschefs, die täglich durch die Presse zwitschern und die Welt zertrumpeln (credits to Friederike Erichsen-Wendt!),
die Attentate vor 25 Jahren waren nicht so präsent, so nah.
Und es gab auch keine AfD-Anhänger, die kleinen Dorfpfarrerinnen im nördlichen Ostwestfalen nach der Bundestagswahl anonyme, fiese Mails schreiben zu Predigten, die sie nie gelesen oder gehört haben.

Es scheint, die Verrückten und mühselig Beladenen eskalieren medienwirksamer und organisierter … .

Vor 25 Jahren gab es auch schon eine Menge Ungerechtigkeit und „Entwicklungspotential“ dieser wundervollen Welt, aber nicht so viel offenen geteilten Hass, so viel offen dargestellte Gewalt, so viel Panik.

Ist dies wirklich noch eine wundervolle Welt?
Eine globalisierte Welt, in der alles nur noch durch-ein-ander geht?
Also nur noch miteinander oder gegen-einander?
Ist unsere wirklich noch eine Welt, von der wir sagen können, sie ist für uns, wir sind dankbar für sie? Diese Welt ist so wundervoll, sie hilft und stärkt unseren Glauben an Gott?

11 Als Kind redete, dachte und urteilte ich wie ein Kind. Doch als Erwachsener habe ich das kindliche Wesen abgelegt. 
12 Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel. Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt. 
13 Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte. (1. Kor 13)

Von Gott und der Welt nur noch Bruchstücke zu erkennen, das ist Erwachsensein, mit 25 oder kurz vor 40, nicht nur im Jahr 2017, seit 2000 Jahren mindestens. Für Paulus war es nicht anders. Erwachsensein heißt in und mit dieser komplexen Welt leben, die sich verändert, immer.
Das war und das fühlt sich meist nicht an wie „hell und gesegnet oder heilig“, sondern das ist eher so wie in einen trüben Spiegel zu sehen.
Und weder diese Welt noch Gott zu verstehen.

Wer Gott in dieser wundervollen Welt sehen will, hat es gerade mal wieder schwerer. Wenn dann noch ein eigenes Unglück dazukommt, wird es noch schwieriger.
Ständig wird man gestört, wenn man sich umsieht.
Von schlechten Nachrichten, Klingeltönen, FakeNews und Wahrheiten.
Man weißt gar nicht mehr, ob man die Dinge noch richtig sieht.
Sieht man einen Baum, ist er nicht mehr nur grün, er könnte beim nächsten Sturm einen geliebten Menschen erschlagen.
Sieht man eine rote Rose in der Vase, ist sie vielleicht von Kinderhänden gepflückt.
Auch das eigentlich Wundervolle ist verdächtig geworden.
Es kann ja immer auch alles ganz anders sein.
Nicht wundervoll, sondern furchtbar.
Alles verändert sich, verwandelt sich, wird trübe, wird unklar.

Nur eins nicht, das bleibt:
Die Liebe.

7 Die Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende. 
8 Die Liebe wird niemals vergehen. (1. Kor 13)

Eines bleibt und verändert sich nicht: Liebe, sie ist die Größte.
Sie macht diese Welt zu einer wundervollen Welt.
Mehr noch als die schönsten Landschaften mit Bäumen und Rosen, die Himmelspiele mit rosa Wolken und Regenbögen.
Die Liebe macht das Leben wundervoll.
Gott ist die Liebe, die Liebe befreit und doch bindet, weil sie bleibt.

Die Liebe bleibt, wenn rosa Wolken zu Gewitterwolken werden.
Die Liebe bleibt, wenn der Glaube trübe wird.
Die Liebe bleibt, selbst wenn die Hoffnung stirbt.

Liebe bleibt, wenn wir gehen.
Gott bleibt, auch wenn wir ihn nicht sehen.
Liebe will nix, sie gibt alles.
Liebe ist stärker als die Panik, wenn man nicht mehr klar und hell sehen kann.
Liebe hält fest und wärmt, länger als nötig, bis man wieder aus einem anderen Blickwinkel gucken kann.
Liebe kommt über facebook, schickt Gebete und Herzemojis, fragt, wie es geht, wenn der Hass im Emailfach sein Unwesen treibt.
Gott ist die Liebe, die befreit und doch bindet, weil sie bleibt.
Die Liebe erträgt alles, auch die Panik, den Hass und die Gewalt, nicht um sie zu verharmlosen, sondern um aus Wunden Wunder wachsen zu lassen.

Liebe macht diese Welt und das Leben wundervoll.
Wer liebt, weiß, was zu tun ist.
„Dieses Gebot haben wir von Gott, dass, wer Gott liebt, dass er auch seine Geschwister liebe.“ 1 Joh 4 
Wer liebt, baut auf, was mit Hass zertrumpelt wurde.
Ganz wundervoll in dieser Welt, wenn man das sehen kann, und sich dabei nicht stören lässt.

What a wonderful world,
what a wonderful life and love

Musik: Instrumentalvariation: What a wonderful world.

What a wonderful world, was für eine wundervolle Welt.
What a wonderful life and love, was für ein wundervolles Leben und was für eine wundervolle Liebe.
What wonderful God, was für ein wundervoller Gott ist unser Gott.
Unser Gott, der weiß, wie diese Welt ist.
Wundervoll, voller Liebe -und Hass.
Wundervoll, voller Leben – und Tod ist diese Welt.

Was für ein wundervoller Gott, der nicht im blauen Himmel, mit seinen weißen und rosa Wolken bleibt, der nicht nur in der Natur erfahrbar ist, wenn man dafür mal grad Zeit hat.
Sondern da ist, da bleibt als Liebe der Welt, die hinsieht auf die Wunden,
bei den Jüngern, die traurig, enttäuscht weggehen aus Jerusalem nach Emmaus,
bei uns, wenn alles gar nicht wundervoll ist, sondern grausam.
Denn dann brauchen wir einen Gott, der nicht nur hell und heilig ist,
sondern wie Jesus.
Der mitgeht, der sich alles erzählen lässt, obwohl er alles schon weiß.
Wie Jesus, der sich einladen lässt, obwohl er eigentlich der Gastgeber des Lebens ist.
Wie Jesus, der unser Schutz und Schirm vor allem Bösen ist.
Der sich finden lässt, aber nicht erkennen oder fassen oder sehen.

„Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel. Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.“

Ein Gott, der uns kennt.
Ein wundervoller Gott, der liebt, was er wundervoll geschaffen hat.
Und segnet, was er angefangen hat:
Seine Welt und seine Kinder,
die grüne Konfirmanden waren und jetzt vielleicht bald die ersten silbernen Haare tönen.
What a wonderful world.
What a wonderful life and love.
What a wonderful God.
Oh Yeah. Amen.

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