Schatten und Licht

Der Schatten und das Licht hatten Streit.

Das Licht sagte: Ohne Licht gäbe es ja gar keine Schatten. Du läufst ja immer bloß hinter mir her!

Der Schatten sagte: Neee, mich gab es zuerst, erst dann hat Gott die Sonne und die Sterne und den Mond in den Himmel gesetzt.

Das Licht sagte: Ja weil es ohne Licht überhaupt kein Leben gibt. Fotosynthese und so.Vitamin D und reife Früchte gäbe es ohne mich nicht.

Der Schatten sagte: Aber ohne mich könnten Menschen nicht schlafen, sich hätten keine Kraft für den nächsten Tag.

Das Licht sagte: Aber im Sommer, wenn die Sonne scheint und es viel Licht gibt, fühlen sich die Menschen aber viel besser.

Der Schatten sagte: Aber im Schatten und im Dunkeln, abends und nachts, da führen Menschen die besten Gespräche und –da, da küssen sie sich zum ersten Mal.

Das Licht sagte: Aber wenn ein Schatten richtig dunkel wird, dann haben die Menschen Angst!

Der Schatten sagte: Wenn das Licht zu grell ist, fühlen sie sich bloßgestellt!

Das Licht sagte: Aber ich habe das bessere Image!

Der Schatten sagte: Aber mit mir beschäftigen sie sich mehr. Du hast ja Recht, wenn es in einem Leben dunkel wird, – und das wird es ja für jeden Menschen einmal, dann ist das schlimmer als ein heller Tag schön sein könnte. Ich bin der Sohn der Dunkelheit, ich mache den Menschen Angst. Vor der Ungerechtigkeit, vor einer Krankheit oder Einschränkung, vor der Einsamkeit, davor, dass sie keiner mag, so wie sie wirklich sind. Ich beschäftige die Menschen, denn sie haben Angst, zu verlieren, was ihnen wichtig ist. Durch Krieg, durch Schmerzen, durch Flucht. Menschen machen sich oft Sorgen, ihre Freiheit, ihre Träume, die Menschen, die sie lieben, zu verlieren. Glaub mir, ich habe Macht über Menschen.

Das Licht sagte: Mach nur eine Kerze im Dunkel an und das Dunkel ist erleuchtet. Und: wir wissen beide, was Jesus von sich gesagt hat: ‚Ich bin das Licht der Welt.‘ (Joh 8)

Der Schatten sagte: Aber das Dunkel um die Kerze nimmt immer noch mehr Raum ein. Und überhaupt: Wo leuchtest du denn? Ich sehe dich nirgendwo, guck dir die Welt doch mal an. Der Schatten und das Dunkel regieren!

Das Licht sagte: Ich leuchte seit Jesus geboren ist.

Der Schatten fragte: Und wo bist du jetzt? Ich kann dich nicht sehen!

Das Licht sagte: Ich bin da, wo Gott Menschen nah kommt, ihnen begegnet. So wie Weihnachten als Jesus zur Welt kam. Klein, arm und ohne Macht, im Schatten, im Dunkel der Nacht. Das tut Menschen gut, dass Gott zu ihnen kommt ohne große Ansprüche zu stellen. Weil das klar macht, sie müssen selber nicht groß und reich und mächtig sein, um Gott zu begegnen. Ich bin nicht riesig und blendend. Ich leuchte auch dort, wo Menschen sich so begegnen wie Gott damals den Menschen nah gekommen ist.

Licht ist da, wo Menschen füreinander da sind ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Der Schatten sagte: So ein Licht sehe ich aber nirgends. Zeig es mir und du hast gewonnen!

Das Licht sagte: Das kann man auch nicht immer sehen, das kann man eher fühlen. Wenn du es sehen wolltest, dann wäre es so wie …Lingulodinium Polyedrum. (Danke für die schöne Inspiration Simon de Vries!)

Der Schatten war sprachlos.

Das Licht sagte: Das ist die Meeresalge des Jahres 2013, sie lebt im Wasser, im Dunkeln, im Schatten des Meereswassers.

Der Schatten sagte immer noch nichts.

Das Licht sagte: Wenn sich viele Lingulodinium Polyedrum begegnen, sich nah kommen, – also stell dir vor, die Meeresalgen wären Menschen, die füreinander da sind, vielleicht  sogar Freunde sind, einander zuhören, auch mal die Hand unterstützend und verständnisvoll auf die Schulter legen, oder sich in den Arm nehmen, sich was Schönes sagen oder oder oder oder irgendwie anders kleine Retter sind so wie Jesus für die Menschen das war, – dann ist Jesus bei ihnen und sie werden sowie er.

Der Schatten sagte: Wie das denn?

Das Licht sagte: Dann fangen die an zu leuchten. Guck dir das an! (Bild zeigen)

Der Schatten sagte: Du hast da einfach einen Filter drüber gelegt, das ist ein Fake-Bild!

Das Licht sagte: Nein, guck mal, gleich siehst du ein dunkles schattiges Meer. Wellen, die alles unter sich begraben, aber dann … tun die Algen sich zusammen und dann ist das so wie Weihnachten. Gott kommt dieser Welt nah, bringt Licht und steckt die anderen an. Die Menschen sind füreinander da. Und leuchten wie das Licht Jesu.

Video. https://www.youtube.com/watch?v=Fvob6L8q3I8&t=6s&fbclid=IwAR0LzoSUoofzeCjH4mmFSOuDZWzhaq8KXbNSNuMcreGBbkOW28QoZsO_1_A

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