Ich steh an deiner Krippen hier

24.12.2020, Zoom-Gottesdienst aus der Lutherkirche, EG 37, eine Erzählung

1.Ich steh an deiner Krippe hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.

EINE HIRTIN STEHT AN DER KRIPPE:

„Wenn ich eins gelernt habe, dann das:

Lass niemals deine Herde allein.

Auch nicht in der tiefsten Nacht.

Erst recht dann nicht.

Dann bleib bei deiner Herde.

Aber weißt du:

Manche Nächte sind anders.

Da reißt es dich aus dem Schlaf!

Und du erschrickst.

Weil dir plötzlich was klar wird.

Manche Dinge sind es wert,

dass man alles stehen und liegen lässt.

Die Verpflichtungen, die Regeln, sogar deine HERDE!!!

Heute ist so eine Nacht für mich.

Das ganze Jahr hab ich mich gekümmert.

Um andere, um mich.

So gut ich konnte.

Aber jetzt bin ich gegangen.

Ausgebrochen, aufgebrochen.

Und jetzt?“

HIRTIN SCHAUT IN DIE KRIPPE:

„Ich steh an deiner Krippen hier,

o Jesu, du mein Leben.

Ich stehe hier und sehe dich.

Und mich.

So klein und liebenswert.

So neu und so zerbrechlich.

Vulnerabel.

Verletzlich.

Angewiesen, dass jemand MICH hört, wenn ich weine.

Mich in den Arm nimmt, wenn ich Nähe brauche.

Mich umsorgt, mit warmer Milch und Honig.

Mich beschenkt, denn ich habe nichts,

was mich am Leben hält.

Wenn ich ehrlich bin.

Ich steh an deiner Krippen hier,

o Jesu, du mein Leben.

Ich gebe dir, was ich habe.

Dass ich hier stehe.

Bei dir bin.

Mit nichts in der Hand, nur meiner Zeit und mir.

Und mir wird ganz warm dabei.

Ich könnte vor Freude tanzen.

Und ein bisschen kindisch werde ich auch.

Und so hoffnungsvoll.

Weil du da bist.

Einfach da bist.

Und schläfst.

Und ich mit dir gesegnet bin.

Ich steh an deiner Krippen hier,

o Jesu du mein Leben.

Ich stehe hier nicht allein.

Ich stehe hier mit allen,

die auch allein sind. Allen.

Wir stehen hier gemeinsam.

Fremde und Familien.

Du hast uns zusammen gebracht.

Wir schauen auf dich.

Wir sehen das Gleiche und was anderes.

Wir sehen dich und uns.

So klein und liebenswert.

So neu und so zerbrechlich.

Vulnerabel.

Verletzlich.

Angewiesen, dass jemand uns hört, wenn wir weinen.

Uns in den Arm nimmt, wenn wir Nähe brauchen.

Uns umsorgt, mit warmer Milch und Honig.

Uns beschenkt, denn wir haben nichts,

was uns am Leben hält.

Wenn wir ehrlich sind.

Wir stehen an deiner Krippen hier,

o Jesu, unser Leben.

Und wir gucken uns an und versprechen uns was.

Wir sind da und hören, wenn jemand weint.

Wir sind da und umarmen, in diesen Tagen mit Blicken und Worten.

Wir sind da und teilen unsere Milch und unseren Honig.

Wir sind da und sehen uns.

Und das allein hält uns nicht am Leben,

wenn wir ehrlich sind.

Aber es macht uns lebendig.

Und uns wird ganz hoffnungsvoll und warm.“

Amen.

9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen:
daß ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein;
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.

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